Agrar- und Umweltpolitik

Agrarpolitik reicht in ihren Wirkungen heute weit über die Landwirtschaft hinaus. Sie muss deshalb in ein gesamtgesellschaftliches Politikkonzept eingebettet werden. Erhebliche Teile der Agrarbudgets von EU, Mitgliedstaaten und Bundesländern entfallen inzwischen auf die Erschließung neuer Einkommensquellen und die allgemeine Verbesserung der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum, auf Hilfen zur Anpassung der Agrarproduktion an die Erwartungen der Verbraucher, nicht zuletzt auf  die Honorierung gesellschaftlicher Leistungen der Landwirtschaft, etwa in der Landschaftspflege oder dem Biotopschutz. 
 

Vor allem an der Schnittstelle zwischen Landbewirtschaftung und Ressourcennutzung bestehen dabei vielfältige Verbindungen zwischen Agrar- und Umweltpolitik. Neben einer engeren Ausrichtung der Agrarpolitik an Umwelt- und Klimaschutzzielen rückt eine stärkere Wirkungsorientierung von Maßnahmen in den Vordergrund. Dies setzt regionale Bedarfsanalysen, den Aufbau von Monitoringsystemen und die Anwendung interdisziplinärer Bewertungsverfahren voraus.

Unsere Leistungen

Wissenschaftliche Analysen zur Konzeption agrarpolitischer Maßnahmen und Programme, z.B. zu den Themen:

  • Entwicklung und Perspektiven des Ökolandbaus
  • Sicherung der Landbewirtschaftung in Berggebieten
  • Existenzgründung und Erschließung neuer Märkte am Rande der Landwirtschaft
  • Frauen als Unternehmerinnen im ländlichen Raum
  • Soziale Landwirtschaft

Bewertung agrar- und umweltpolitischer Interventionen, z.B.:

  • Bewertung der Wirksamkeit einzelner Fördermaßnahmen, z.B. Beratung, Dorferneuerung, Investitionsförderung
  • Bewertung gesellschaftlicher Leistungen der Landwirtschaft, insbesondere im Bereich von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen
  • Kalkulation / Verifizierung von Prämien für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen

Erstellung von Fachinformationen, Beratungs- und Weiterbildungsunterlagen für die landwirtschaftliche Praxis, Beratung und Verwaltung, z.B.:

  • Handbuch für Existenzgründung / Diversifizierung
  • Tools für die individuelle Planung von Diversifizierungsvorhaben
  • Qualifizierungsveranstaltungen für Fachkräfte aus der Förderverwaltung und Beratung
  • Beratung von Politik und Verwaltung bei der Konzeption und Umsetzung von Programmen zur Entwicklung des ländlichen Raums

Ausgewählte Referenzprojekte

Während in der bayerischen Landwirtschaft rund die Hälfte der Arbeitskräfte weiblich ist, werden nicht einmal 10 % der Agrarbetriebe von Frauen geleitet – und auch bei der Inanspruchnahme von Investitionsförderung ist der Anteil nicht höher. Welche Erklärungen bieten sich für dieses Missverhältnis an? 

Der Analyse von Buchführungs- und Förderdaten zufolge wirtschaften Frauen als Unternehmerinnen grundsätzlich ähnlich erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen – allerdings anders: Die landwirtschaftliche Produktionsstruktur ist weniger spezialisiert und ein größerer Teil des Einkommens stammt aus einer Diversifizierungsaktivität. Dass so wenige Frauen einen Betrieb leiten, hängt im Wesentlichen mit tradierten gesellschaftlichen Normen (Erbfolge) und der zeitlichen Bindung und häufigen Doppelbelastung von Frauen in Haushalt und Betrieb zusammen. 

Dass Frauen in der Unternehmensleitung seltener in Erscheinung treten sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie in der Regel in wichtige betriebliche Entscheidungen eng eingebunden werden und gerade in Diversifizierungsbetrieben oft eine Teilung von Leitungsfunktionen vereinbart wird: der Mann nach außen hin als Leiter des Unternehmens, die Partnerin jedoch verantwortlich für die Leitung einer ergänzenden unternehmerischen Aktivität. Weil inzwischen als Folge fehlender männlicher Erben immer häufiger Töchter die Betriebsnachfolge übernehmen, steigt der Anteil – zumeist hoch qualifiziert ausgebildeter weiblicher Führungskräfte in der Landwirtschaft seit Jahren leicht an. Sie fühlen sich in ihrer Rolle voll akzeptiert, sehen keine Benachteiligung in der staatlichen Förderpolitik, würden sich jedoch eine ganzheitlichere und stärker auf ihre Interessen und Verpflichtungen zugeschnittene Fachinformation und Beratung wünschen. Die Ergebnisse der Studie mit Handlungsempfehlungen finden Sie hier.

Ein wachsender Anteil von landwirtschaftlichen Haushalten betreibt neben der Landwirtschaft mindestens eine weitere selbständige Erwerbstätigkeit. In vielen Fällen ist die „Existenzgründung“ am Rande der Landwirtschaft eine Voraussetzung für die Weiterbewirtschaftung der Betriebe – auch in der nächsten Generation.

Die Studie bezieht sich auf Baden-Württemberg und basiert auf Betriebserhebungen, der Analyse von Förder- und Buchführungsdaten, Experteninterviews und Workshops. Sie belegt die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Diversifizierung am Rande der Landwirtschaft, identifiziert Voraussetzungen ebenso wie Hinderungsgründe für einen erfolgreichen Einstieg in eine neue Unternehmertätigkeit und schätzt Markt- und Einkommenschancen ab. die Herausarbeitung von „Stellgrößen“ zur besseren Nutzung von Entwicklungspotenzialen liefert Entscheidungsgrundlagen für die Förderverwaltung. Die Studie finden Sie hier.

Die Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft ist erklärtes Ziel der Agrarpolitik vieler Länder. Allerdings stehen der raschen Umsetzung dieses Ziels in der Praxis zahlreiche Hemmnisse gegenüber. Zweck der Studie war es, diese Hemmnisse zu identifizieren und daraus Schlüsse für die politische Begleitung des Ökolandbaus in Bayern abzuleiten. Dazu wurden alle relevanten Themenfelder intensiv beleuchtet: Übergeordnete Kontextfaktoren, Entwicklung und Entwicklungstrends von Erzeugung und Verbrauch ökologischer Produkte, wesentliche Märkte und Warenströme, aber auch die Situation bzw. erkennbare Handlungsbedarfe in den Bereichen Bildung, anwendungsorientierte Forschung, Beratung und nicht zuletzt agrarpolitische Unterstützung.  Den Bericht finden Sie hier. 

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Ausgewählte Referenzprojekte

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